Hinterm Horizont gibt es Hoffnung

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Wird barrierefrei umbaut: Haltestelle an der Hauptstraße. © Michaela Christen

Wenn man seine Tage im Dorf verbringt, wenn man also nicht jeden Tag in die Stadt zur Arbeit pendelt, dann verschiebt sich der Horizont der eigenen Wahrnehmung. Durch einen Fahrradunfall bin ich in den „Genuss“ dieser längeren Zwangspause gekommen. Und so nimmt man fast automatisch den Rhythmus des Dorfes mit anderen Ohren und Augen wahr. Den morgendlichen und abendlichen Gang unserer Nachbarin mit den Gasthunden, die zur Betreuung in der Tierpension untergebracht sind, bekomme ich auch sonst mit. Wir begegnen uns oft, wenn ich zur Arbeit fahre oder nach Hause komme.
Dann wären eigentlich die Schulbusse und die Elterntaxis dran, die die Kinder bringen und nachmittags wieder abholen. Auch die fröhlichen Pausengeräusche vom Schulhof fehlen während der Ferien. Kinder hört man überhaupt wenig, wenn keine Schule ist.

Keine Schonfrist beim Baumschnitt

Dafür herrscht jetzt große Geschäftigkeit in der Landwirtschaft. Erntezeit. Doch die riesigen Maschinen auf den Feldern erscheinen mir inzwischen deutlich leiser als die Grastrimmer und Mähgeräte. Die hört man tagsüber regelmäßig und ausdauernd, wenn der Gemeindearbeiter aktiv ist. Diese Woche kam noch das Geräusch der Motorsäge hinzu, weil die Weiden und Eichen am Weg zum Birkholz zurückgeschnitten wurden. Ich wundere mich und frage. Muss ja irgendwann gemacht werden, sagt man mir. An den heißesten Tagen des Jahres? Obwohl jetzt eigentlich Schonfrist beim Baumschnitt sein sollte? Mal sehen, was das Amt dazu sagt. Dort habe ich mich erkundigt, ob der Baumschnitt im Hochsommer in Ordnung ist. Die Antwort steht noch aus.

Blühstreifen Warsow
Hinterm Horizont gibt es Hoffnung: Blühstreifen in Warsow. © Michaela Christen

Natürlich ist der Wegrad auch wieder bis zur Feldgrenze gemulcht worden. Mir scheint, dass die Zeit in Gammelin stehengeblieben ist: In Warsow sieht man Blühstreifen am Feld- und Straßenrand. In Schossin gibt es ein wunderschönes Blühfeld und eine Bienenwiese im Park. Und Grambow macht als „bienenfreundliche Gemeinde“ von sich reden, lese ich in der SVZ. Gut, dass es hinter dem eigenen dörflichen Horizont doch Hoffnung gibt. Gut, dass es andere besser machen als Gammelin.

Bushaltestellen werden barrierefrei umgebaut

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Hierher kommt nach dem Umbau ein gläsernes Wartehäuschen. © Michaela Christen

Auch Baugeräusche waren in dieser Woche zu hören – die Bushaltestelle an der Hauptstraße in Gammelin wird umgebaut. Sie soll barrierefrei werden. Mit den weißen geriffelten Leitstreifen für Blinde und Sehschwache und abgesenktem Bordstein für Rollatoren. Auch eine neue Wartehalle kommt. Fertiggestellt werden soll das Ganze möglichst bis zum Schuljahresbeginn, hat der Bürgermeister gesagt. Das scheint zu klappen.

In Bakendorf wird die Haltestelle gegenüber der Kapelle im Anschluss ebenfalls barrierefrei umgebaut. Hier soll ein gläsernes Wartehäuschen errichtet werden, ähnlich dem, das bereits an der zweiten Bakendorfer Haltestelle steht.
Irgendwann am Nachmittag fährt das Postauto durchs Dorf. Der Feierabend kündigt sich an, wenn der Autoverkehr wieder etwas zunimmt. Dann springen irgendwann die Rasenmäher und Rasensprenger in den Hausgärten an. Und in der Dämmerung haben wir sogar wieder einmal die Grillen zirpen hören. Ein Igel tippelte durchs frisch gemähte Heu. Dorfidylle? Wie man’s nimmt.
Bis zum nächsten Mal – Ihre Michaela Christen

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