Immer, wenn die Halde brennt

Letzte Woche habe ich Ihnen den Bürgerbeauftragten Matthias Crone vorgestellt. Er nimmt die Rechte der Bürger gegenüber der öffentlichen Verwaltung wahr. Natürlich arbeitet er nicht allein. Er hat einen Stab von spezialisierten Mitarbeitern. Denn das Themenspektrum ist so vielfältig wie das Leben selbst – vom Ordnungs- und Verkehrsrecht über den Umwelt- und Naturschutz, das Sozialhilferecht, Renten- und Krankenversicherung bis zum Baurecht.

Rainer Cordes
Matthias Crone nimmt die Rechte der Bürger gegenüber der Verwaltung wahr. © Rainer Cordes

Wir, d.h. mein Mann Günter Müller und ich, haben uns mit mehreren Umweltthemen an den Bürgerbeauftragten gewandt – vom übermäßigen Beschneiden der Gemeindebäume und Feldhecken, über nicht genehmigte Baumfällungen beim Abbruch des „Püttelkowschen Hauses“ bis zum rechtswidrigen Verbrennen von Baumschnitt durch die Gemeinde.

Zuvor hatten wir schon andere Verwaltungsstellen kontaktiert, u.a. den Fachdienst Umwelt des Landkreises, aber nichts erreicht. Man kann das gar nicht alles in einem Artikel abhandeln. Beginnen wir also mit dem Verbrennen des Baum- und Heckenschnitts durch die Gemeinde. Da ist die Sachlage ziemlich eindeutig. Das haben wir jetzt auch schriftlich vom Bürgerbeauftragten bekommen. Das Verbrennen ist rechtswidrig.

In der Abfallsatzung des Landkreises Ludwigslust-Parchim steht dazu sinngemäß: Baum- und Heckenschnitt ist wie alle anderen Bioabfälle vorrangig zu kompostieren (Eigenkompostierung). Oder die Abfälle sind an den festgelegten Sammelstellen im Landkreis zu entsorgen (Bringsystem). Sie können außerdem in hierfür zugelassenen Abfallsammelbehältern vor Ort gesammelt und dann abgeholt werden (Holsystem). Möglichst umweltfreundlich soll demnach entsorgt werden.

Trotzdem brennt jedes Frühjahr in Gammelin eine riesige Halde mit Baum- und Heckenästen. Ein Gemeindearbeiter überwacht das Feuer am Ortsrand, wo wir es aus dem Küchenfenster beobachten können. Auch der Bürgermeister kam schon vorbei, wenn die Halde brannte.

Verbrennen mit Traktor
Im Frühjahr wird in Gammelin der Baum- und Heckenschnitt verbrannt. © Michaela Christen

Nach dem Gespräch beim Bürgerbeauftragten Matthias Crone tut sich endlich etwas: Seine Mitarbeiterin Ina Latendorf, zuständig für Natur- und Umweltschutz, setzte sich mit dem Amt Hagenow-Land in Verbindung. Das Amt sicherte dem Bürgerbeauftragten zu, alle Bürgermeister des Amtsbereichs in einem Schreiben noch einmal ausdrücklich auf die Rechtslage zum Verbrennen von pflanzlichen Abfällen hinzuweisen. Diese sollen auch die Gemeindearbeiter darüber informieren. Außerdem ist im Herbst ein Artikel im „Kommunalanzeiger“ geplant, der die Sachlage darstellt.

„Ich freue mich, dass das Amt Hagenow-Land meine Anregung aufgegriffen hat und hoffe, dass hierdurch das rechtswidrige Verbrennen von pflanzlichen Abfällen eingedämmt werden kann“, beendet Matthias Crone seinen Brief.

Das hoffe ich natürlich auch. Angesichts brennender Regenwälder wäre das ein kleiner, kleiner Beitrag zum Klimaschutz, der niemandem wirklich weh tut. Aber irgendwo muss man ja anfangen. Außerdem sollten wir in Gammelin endlich wieder Container für die Entsorgung der Garten- und Heckenabfälle aufstellen. Denn nicht jeder hat auf seinem Grundstück genug Platz für die Eigenkompostierung.

Ich werde das in der Gemeindevertretung auf jeden Fall zum Thema machen. Den Einwand des Bürgermeisters, dass die Gammeliner an den Containern sowieso keine Ordnung halten werden, kann ich nicht gelten lassen. Da kann man ja Vorkehrungen treffen. Eine Möglichkeit wäre ein abschließbarer Stellplatz für den Container, der zu bestimmten (bürgerfreundlichen) Abgabezeiten geöffnet ist.

Übrigens:

Wer den Bürgerbeauftragten oder seine Mitarbeiter sprechen möchte, der muss nicht extra nach Schwerin fahren. Man kann Matthias Crone auch während der Sprechtage vor Ort treffen. Telefonische Anmeldungen sind dafür allerdings nötig. Einen Überblick über die Orte sowie die genauen Termine und Hinweise zum Ablauf der Sprechtage gibt es unter: www.buergerbeauftragter-mv.de

Was sonst noch passierte:

Die „Schweriner Volkszeitung“ hat in dieser Woche über den Straßen- und Parkplatzbau in unserer Gemeinde berichtet. SVZ-Beitrag Pumuckl spukt weiter umher. Mit einem Aushang am Dorfkrug, der mich mit absurden Unterstellungen und Lügen verleumdet. Was kommt als nächstes? Die Hexenverbrennung? In diesem Zusammenhang ist interessant, welche Erfahrungen andere Gammeliner schon mit solchen Verleumdungen gemacht haben. Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Uwe Westphal unter dem Beitrag „Post von Pumuckl“. Ansonsten freue ich mich natürlich, dass ich auch Zuspruch bekomme.

Bis nächste Woche – Ihre Michaela Christen

1 Kommentar zu „Immer, wenn die Halde brennt

  1. Werte Frau Christen.
    Machen Sie bitte genauso weiter wie bisher. Es gehört Mut,Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen dazu. Hier gibt es einen Klüngel der keinen Widerspruch oder gar Massnahmen dagegen duldet. Da wird auch nicht vor persönlichen Anzeigen hinterrücks oder mit Schmähbriefen mit blankem Hass zurück geschreckt. Leider ist die kommunale Aufsicht sehr nachsichtig bei offensichtlichen Verstössen. So wie Sie die Sache anpacken ist das grossartig. halten Sie durch nichts ist unmöglich.MfG.

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