Antrag abgelehnt – weiter wie bisher

Das Votum zu meinen Vorschlägen zur Verbesserung des Umwelt- und Naturschutzes in der Gemeinde war eindeutig. Der Antrag wurde leider auf der Sitzung am Donnerstag nicht einmal andiskutiert. Abstimmung sofort. Kein anderer Gemeindevertreter wollte dafür stimmen. Blühstreifen, Vervollständigung der Straßenbäume und Feldhecken, Container für die Bürger, um den Grünschnitt zu entsorgen, Tipps für die Pflanzung klimaresistenter Bäume oder Bepflanzung der verbliebenen Flächen im Schuldwald und auf der Streuobstwiese – alles kein Thema? So könnte man den Beschluss interpretieren.

Ob die Ablehnung nun eher inhaltlich oder persönlich motiviert ist, kann ich schwer einschätzen. Wahrscheinlich beides. Die Reihen der neuen Gemeindevertretung haben sich jedenfalls bei diesem Tagesordnungspunkt fest geschlossen. Als Einziger begründete Jörg Jakob seine Ablehnung in der öffentlichen Sitzung und bot Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt an: Man könne so einen Antrag nicht ohne vorherige Konsultation mit den anderen Gemeindevertretern auf die Tagesordnung setzten. Da müsse man vorher drüber reden. Doch man hätte natürlich auch in der Sitzung darüber reden können. Die Entscheidung hätte man auch auf die nächste Sitzung verschieben können.

Offensichtlich stört jedoch weniger der Inhalt als die Art und Weise meines Engagements. Es war sicherlich auch etwas forsch, gleich ein ganzes Maßnahmepaket vorzuschlagen. Doch die Zeit rennt und es wird insgesamt viel zu wenig getan für Klima und Artenvielfalt. Auch in Gammelin. Mir wurde empfohlen, mich doch erst einmal mit Eigenleistungen im Schulgarten oder bei der Bepflanzung des Rondells am Friedhofsweg einzubringen, bevor ich den Bürgermeister mit Umweltschutzmaßnahmen beauftragen will.

Empörend finde ich, welche Rolle hier den Frauen in der Gemeindevertretung zugewiesen wird: Auf die wiederholte Bitte, mir offiziell den Bereich Natur- und Umweltschutz zu übertragen, für den mich meine Wähler gewählt haben, wird nicht eingegangen. Stattdessen heißt es: Ab in den Garten und Blümchen pflanzen….

Muss man sich das Recht auf eigene Vorschläge durch Aufbaustunden verdienen, von denen natürlich nur die zählen, die das ausdrückliche Lob des Bürgermeisters finden? Mir kommt es schon länger so vor, als ob in unserem Dorf zwischen wertvollem  und unnützem ehrenamtlichen Engagement unterschieden wird.

Wertvolles Engagement, das sind z.B. Feuerwehr und Dorfclub. Unnützes Engagement, das sind die Kunstausstellung über Bäume und das privat organisierte Konzert in der Dorfkirche im vergangenen Jahr oder ein nicht gewünschter journalistischer Blog für die Dorfbewohner. Wer will sagen, welches Engagement für das Dorf und für die Gesellschaft wichtiger ist?

Ich jedenfalls möchte das Oktoberfest nicht gegen die Kunstausstellung aufwiegen. Ehrenamt sollte aber nicht so weit gehen, dass Planungsgrundlagen für Baumaßnahmen in Millionenhöhe in Heimarbeit an verantwortlichen Behörden vorbei entstehen. Dann verschieben sich für mich  Kompetenz und Verantwortlichkeit in der kommunalen Selbstverwaltung.

Antrag abgelehnt – weiter wie bisher. So wird es also in diesem Herbst keinen Container für die bürgerfreundliche Entsorgung des anfallenden Grünschnitts geben. Wir hatten uns schon bei ALBA nach den Konditionen erkundigt und mögliche Standorte angeschaut. Mein Mann wäre bereit gewesen, die Öffnungszeiten abzusichern, da ein Gemeindearbeiter ja momentan nicht zur Verfügung steht. Vielleicht hätten sich auch weitere Bürger dazu bereitgefunden. Wertvoll? Wertlos? Leider kam ich nicht dazu, meinen Antrag überhaupt zu erläutern. Dumm gelaufen.

Soweit mein erster Eindruck zur letzten Gemeindevertretung, was mich selbst betrifft. Über die anderen Beschlüsse werde ich im nächsten Beitrag berichten.

Etwas geknickt – Ihre Michaela Christen

 

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