Wer schreibt, der bleibt

Der Volksmund sagt: Wer schreibt, der bleibt. Im Behördenjargon heißt dieser Vorgang auch „Aktenlage schaffen“. Behörden haben gern alles schriftlich. Deshalb sind Sitzungsniederschriften der Gemeindevertretung auch keine Lappalie. Leider werden sie den Mitgliedern des Gremiums oft erst Monate später zur Bestätigung zugeleitet. Das Protokoll der konstituierenden Sitzung vom 4. Juli  2019 mit dem Beschluss zum Ausbau des Friedhofswegs nebst 24 Parkplätzen lag allerdings fast drei Monate nach der Sitzung immer noch nicht vor. Es sei vom Bürgermeister noch nicht bestätigt worden, hieß es beim Amt auf Nachfrage. Der Bürgermeister sagte zu, dass die Protokolle den Gemeindevertretern künftig spätestens zur folgenden Sitzung zur Verfügung stehen.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, möchten natürlich schon früher wissen, was in Gammelin passiert. Hier also mein persönliches Protokoll der letzten Sitzung: Bürgermeister Kebschull berichtete, dass der Löschwasserbrunnen an der Mühlenbecker Kreuzung hergestellt wurde. Defizite in der Löschwasserversorgung bleiben jedoch bestehen. „Sie können nicht ohne Fördermittel behoben werden. Das kann die Gemeinde nicht allein leisten“, so Manfred Kebschull.

Er informierte außerdem über Malerarbeiten in der Trauerhalle, über die langen Lieferzeiten für das neue Buswartehäuschen in Gammelin und über die Beschädigung der Feldsteinmauer am Begegnungsplatz in Bakendorf. Wer den Gemeinderaum nutzen möchte, der kann sich künftig bei Astrid Müller-Schilling in der Schulstraße melden. Sie hat den Schlüssel für den Raum übernommen.

In der Einwohnerfragestunde ging es u.a. um die desolate Straßenbeleuchtung: Die Laternen an der Hauptstraße fallen ausgerechnet im Ortskern immer wieder aus. Die Ursache der Ausfälle ist trotz wiederholter Überprüfungen unklar. Deutlich wurde, dass die Straßenbeleuchtung in Gammelin eher einem Flickenteppich gleicht: Die Umrüstung der Leuchtmittel erfolgte in den letzten Jahren aus Sparsamkeitsgründen immer dann, wenn alte Lampen defekt waren. Zunächst wurden als Ersatz die kostengünstigeren Energiesparlampen eingebaut, inzwischen kommen auch LED-Lampen zum Einsatz.

Aufgegriffen werden soll der Vorschlag einer Anwohnerin des Brennerweges, am Ausgang des Verbindungswegs zum Wohngebiet (früher Birkenweg) einen Absperrbügel zum Schutz der Kinder anzubringen, um diese beim Betreten der Straße vor zu schnellen Autos zu schützen.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus – auch in der Einwohnerfragestunde. Im dritten Anlauf fand eine Anwohnerin der oberen Schmiedestraße mit dem Wunsch nach einem Ortseingangsschild Gehör. Bislang wurde das Schild durch die Gemeinde mit der Begründung abgelehnt, das die Straße in einen Landweg übergeht. Jetzt wurde zu Protokoll genommen, dass das Ordnungsamt den Antrag auf die entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung beim Landkreis stellen soll.

Auf der öffentlichen Tagesordnung standen am 26. September 2019 nur noch zwei Beschlüsse, nachdem die Beschlussfassung zum Nachtragshaushalt auf die kommende Sitzung im November verschoben wurde. Die Verschiebung war folgerichtig: Die Gemeindevertretung wollte erst die Nachträge der Baufirmen für den Ausbau des Friedhofsweges und der Bushaltestellen im nichtöffentlichen Teil beraten. Diese Nachträge werden zusammen mit den insgesamt gestiegenen Baukosten zur deutlichen Überschreitung der geplanten Haushaltspositionen führen. Die Korrektur des Stellenplanes wurde einstimmig bestätigt. Die von mir vorgeschlagenen Maßnahmen zum Umwelt- und Naturschutz in der Gemeinde wurden, wie letzte Woche schon  berichtet, ohne Diskussion abgelehnt.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden die Nachträge für die beiden Baumaßnahmen diskutiert. Es gab Kritik an der Qualität der Bauplanung. Uwe Werner vom Amt Hagenow-Land gab ausführliche Erklärungen. Die Eilentscheidungen zu den Nachträgen wurden danach einstimmig bestätigt.

Und sonst noch?

Ein Hinweis in eigener Sache. Das „Dorfgespräch Gammelin“ soll demnächst auch einmal live stattfinden. Dazu konnten wir eine kompetente Gesprächspartnerin gewinnen. Katja Burmeister, Dipl. Ing. für Landschaftsnutzung und Naturschutz, leitet die Naturschutzstation des NABU in Schwerin. Frau Burmeister wird am Sonntag, dem 27. Oktober zu uns nach Gammelin kommen. Wir wollen mit ihr an diesem Sonntagvormittag zum Thema „Naturnahes Gärtnern und Heilpflanzen“ von 10 bis 12 Uhr  ins Gespräch kommen und hoffen, dass uns der Gemeinderaum für diese Veranstaltung zur Verfügung steht. Anschließend soll ein Gartenpflanzentausch stattfinden. Die Stauden, Zwiebeln, Knollen, Ableger bitte möglichst mit einem Zettel beschriften, damit man besser erkennt, worum es sich handelt. Die Pflanzen können zum Vortrag mitgebracht oder vorher bei Günter Müller in der Schulstraße 17 abgegeben werden.

In der nächsten Woche mache ich eine Pause. Urlaub.

Bis demnächst – Ihre Michaela Christen

 

 

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