Das Leben geht weiter

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sie haben lange nichts von mir gelesen. Sorry. Corona ist sehr ungerecht. Die einen müssen zu Hause sitzen und dürfen nicht mehr arbeiten gehen. Die nächsten mühen sich im Homeoffice und müssen gleichzeitig noch ihre Kinder beschulen und betreuen. Ich hatte als Pressesprecherin der Schweriner Stadtverwaltung in den letzten Wochen mächtig viel zu tun. Erst wurde alles heruntergefahren – Geschäfte, Schulen, Kitas, Verwaltung, Kutur. Testzentren für Infizierte mussten aufgebaut und Menschen von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt werden. Jetzt müssen die schrittweisen Lockerungen umgesetzt und kommuniziert werden. Ich lerne: Runterfahren geht schnell. Hochfahren dauert und ist schwieriger. Nicht alle Maßnahmen sind auf Anhieb verständlich, manches bleibt widersprüchlich, vieles erklärungsbedürftig.

Jede Menge Arbeit für Leute, die von Berufs wegen kommunizieren. Dies nur zur Erklärung, warum ich nicht dazu gekommen bin, mit der gewohnten Regelmäßigkeit ehrenamtlich den Dorfblog zu bedienen. Von einzelnen Gammelinern habe ich gehört, dass sie die Funkstille durchaus genossen haben. Andere fragten mich dagegen, wann es endlich weitergeht.

Jetzt ist es soweit.

Das Leben geht weiter. Mal stürmisch. Mal heiter. Trotz Corona. Und schon in meinem letzten Beitrag Reset: So geht Zukunft nach Corona habe ich mich gefragt, was sich verändern wird, wenn wir Corona hinter uns haben.

Ich weiß nicht, ob es tatsächlich an dieser Krise liegt, am plötzlichen Ausgebremstwerden und Innehalten, aber ich nehme auch in Gammelin inmitten der großen Alles-ist-anders-Lage kleine Veränderungen wahr. Und zwar positive.

Erstmals hat das Amt unsere Gemeindevertretung über eine bevorstehende Eilentscheidung des Bürgermeisters vorab schriftlich informiert und sich ein Meinungsbild darüber verschafft, ob die Gemeinderatsmitglieder die Vorgehensweise von Amt und Bürgermeister mittragen.

Es geht um die Errichtung eines Löschwasserbrunnens in Bakendorf. Die Auftragsvergabe soll nicht aufgeschoben werden, bis die Gemeindevertretung das nächste Mal regulär zusammentritt. Und es geht dabei zudem um einen Sachverhalt, der in der Vertretung nicht strittig ist. Deshalb kann man auch so verfahren wie vom Amt vorgeschlagen.

Planungsleistungen für Schmiedestraße bereits ausgeschrieben

Positiv nehme ich jedoch vor allem wahr, dass eine Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder begonnen hat, sich über die Entwicklungen in unserem Dorf intensiv auszutauschen. Es gibt inzwischen untereinander einen regen E-Mail-Verkehr zu vielen Fragen, die die Gemeinde betreffen. Das ist neu. Und das ist gut.

Einer der wichtigsten Punkte ist die geplante Sanierung der Schmiedestraße. Sie soll für rund 431.000 € grundhaft ausgebaut werden, einschließlich Straßenbeleuchtung. So steht es im Haushalt. Die beantragte Förderung liegt bei 65 Prozent. Durch eine Nachfrage von Klaus Stamer beim Amt wissen wir anderen Gemeinderatsmitglieder inzwischen, dass der Förderbescheid für diese Baumaßnahme bereits seit 7. April vorliegt. Das Amt hat die Planungsleistungen ausgeschrieben. Die Ausschreibung endet am Montag (4. Mai). Bedauerlich nur, dass der Bürgermeister uns darüber nicht selbst informiert hat.

Offenkundig möchte eine Mehrheit der Gemeindevertretung, dass der Gemeinderat (und die Bürger) in die Planungen zum Ausbau der Schmiedestraße ganz transparent einbezogen werden und Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen. Es gibt viele Fragen: Werden gleich die Leerrohre für den Glasfaserausbau mitverlegt? Werden Bäume gepflanzt? Sind Gehwege vorgesehen? Sind Parktaschen geplant? Wie soll die Verkehrsführung am Rondell gestaltet werden – während der Bauphase und danach?

Outdoor statt indoor: Zusammenkunft unter freiem Himmel möglich

Dass es im Hauruckverfahren und unter Zeitdruck nicht optimal läuft, hat das Beispiel Friedhofsweg im letzten Jahr ziemlich anschaulich gezeigt. Nicht nur bezüglich der (überflüssigen) Parkplätze, sondern auch bei der Verkehrsführung und Bauausführung. Sollen die Bodenwellen denn jetzt so bleiben? Sind sie vielleicht gar kein Baumangel, sondern eine Verkehrsberuhigungsmaßnahme?

Mehrere Gemeinderatsmitglieder favorisieren daher die Idee einer Zusammenkunft des Gemeinderats unter freiem Himmel in der Schmiedestraße – outdoor statt indoor. Ist ja in Corona-Zeiten ohnehin gesünder. Und anschaulicher ist es auch. Die Planungsleistungen für die Schmiedestraße sollten nicht ohne vorherige Aussprache und Beratung der Gemeindevertretung vergeben werden.

Außerdem wäre das eine gute Gelegenheit, vielleicht noch ein paar andere „Baustellen“ in der Gemeinde gemeinschaftlich in Augenschein nehmen – das Wartehäuschen an der Bushaltestelle, die Streuobstwiese, den Schulgarten (für den letztes Jahr 5000 € bewilligt wurden). Und nicht zuletzt gilt es das neu gestaltete Rondell an der Einmündung Friedhofsweg/Schmiedestraße zu würdigen. Für die Bepflanzung und Gestaltung ist Eckart Matuschewski und Bettina Büge ganz herzlich zu danken.

Bleiben Sie gesund und solidarisch.

Ihre Michaela Christen

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