Unter dem Regenbogen

Seit Februar hat keine reguläre Sitzung der Gemeindevertretung mehr stattgefunden. Wegen Corona. Es heißt, dass unser Gemeindehaus zu klein ist, um öffentliche Sitzungen mit dem gebührenden Abstand durchzuführen. Das wurde genau nachgemessen und anhand der Besucherzahlen der letzten Sitzungen hochgerechnet. Demokratie mit dem Zollstock: Inzwischen haben wir Juli. Bei Neuinfektionen nahe Null, gut gefüllten Hotels und vollen Badestränden im Urlaubsland MV wirkt diese Vorsicht in Gammelin inzwischen etwas seltsam. Zumal in anderen Gemeinden der normale Sitzungsbetrieb schon vor den Schulferien wieder begonnen hat.

Spätestens Ende Juli muss sich auch in Gammelin der Gemeinderat wieder zu einer regulärten Sitzung treffen, damit der Zuschlag für den Bauauftrag Schmiedestraße erteilt werden kann. Denn gebaut werden soll von August bis November. Vorher müssen Bürger und Anlieger noch über die geplante Baumaßnahme informiert werden. Das ist der ausdrückliche Wunsch der Gemeindevertretung.

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Am Donnerstagabend: Regenwolken ziehen auf.

Diskutiert wurde über die Ausführung der Schmiedestraße von den Mitgliedern der Gemeindevertretung ausführlich und kontrovers. In zwei Arbeitsberatungen. Auch zahlreiche E-Mails gingen hin und her. Asphalt oder Pflaster, Wendehammer, Ausweichtaschen ja oder nein – nach nochmaliger Konsultation des Fördermittelgebers wird der Bauauftrag jetzt laut Amt als 4,50 Meter breite Fahrbahn in Pflasterbauweise ausgeschrieben. Der Gehweg verläuft – von der Kreuzung aus gesehen – rechtsseitig und ist durch einen befahrbaren Schotterstreifen von der Straße getrennt. Jedes Grundstück bekommt eine Zufahrt. Zusätzliche Ausweichtaschen für den Begegnungsverkehr sind nicht vorgesehen. Sie wären ohnehin nur für eine schmalere Fahrbahn eine Option gewesen und sind bei 4,50 Metern nicht förderfähig.

Ich finde das vernüftig. Es geht hier schließlich um eine Dorf- und Wohnstraße und nicht um ein Gewerbegebiet. Der Gegenverkehr ist auf der Schmiedestraße gut einzusehen. Bei Tempo 30 kann man rechtzeitig anhalten oder an den Straßenrad fahren, falls ein LKW oder ein großes Landwirtschaftsfahrzeug naht. Runter vom Gas und rechts ran – das muss man ja auch im Brennerweg, wenn einem morgens der Schulbus begegnet.

Collage Friedhofsweg
Geförderter Luxus? Im Friedhofsweg waren sogar 24 Parkplätze förderfähig.

Interessant finde ich, dass der Fördermittelgeber den Bau zusätzlicher Ausweichtaschen in der Schmiedestraße als übertriebenen „Luxus“ bezeichnet hat, den man nicht finanzieren werde. Im Prinzip sehe ich das auch so. Aber ich hätte mir im letzten Jahr auch solche Konsequenz gewünscht – als es um den Parkplatzausbau auf dem Friedhof ging. Das betreffende Grundstück gehört nicht mal der Gemeinde. Der Parkplatz ist völlig überdimensioniert. Er wurde aber dennoch gefördert.

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Nach dem Regen kam der Regenbogen. Fotos © Michaela Christen

Ach ja, der Regenbogen. Er leuchtete am Donnerstagabend wunderbar über unserem Dorf. Nachdem sich die dunklen Wolken abgeregnet hatten und der Gülleduft verschwunden war. Ein Regenbogen bringt Glück. Man muss ihm nur entgegen gehen.

Eine schöne Zeit wünscht

Michaela Christen

1 Kommentar zu „Unter dem Regenbogen

  1. Die Regenbogen- und Landschaftsbilder sind wirklich sehr hübsch. Ihnen auch eine schöne Zeit und noch viele weitere Regenbögen! 😊

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